Hotel wird mit Urlaub verbunden

Mit einem Hotel verbindet man Urlaub und Erholung, zumindest - wenn es nur ein geschäftlicher Aufenthalt ist - ein gemütliches Zimmer, in allen Fällen aber Gastfreundschaft. Doch haben Sie sich schon einmal gefragt, woher das nicht gerade deutsch anmutende Wort stammt? Es darf verraten werden, das Ergebnis ist verblüffend. Hotels im Urlaub sind also keine deutsche Erfindung. Erstmals tauchte der Begriff "Hotel" im 18. Jahrhundert im Deutschen auf. Er wurde schlicht dem Französischen "hôtel" (altfranzösisch "hostel") entnommen, das wiederum seinen Ursprung im spätlateinischen "hospitale" hat, das "Gast(schlaf)zimmer". Wie sich unschwer erkennen lässt, ist auch das "Hospital", im Österreichischen und Schweizerischem zu "Spital" verkürzt, etymologisch mit dem Hotel verwandt - für Leute mit Krankenhausphobie vielleicht kein so angenehmer Gedanke. Erbaulicher ist es da schon zu wissen, dass auch die "Hostess" eine ferne Verwandte dieses Begriffs ist. Doch abgesehen davon, woher das Wort Hotel stammt, eines ist sicher: Neben Sehenswürdigkeiten und Reisen im Urlaub, ist ein angenehmes Hotel das Wichtigste überhaupt, um einen schönen Urlaub zu verbringen.

Hotel und Gasthaus

Noch etwas weiter zurückgeblickt, kommt das "hospitale" vom Lateinischen "hospitalis" (gastlich, gastfreundschaftlich), abgeleitet davon ist auch das "Hospiz", das allgemein ein Gasthaus bzw. eine (ursprünglich nur christliche) Herberge darstellt und heute überwiegend in Verbindung mit einer Sterbebegleitungseinrichtung gebracht wird (Sterbehospiz). Der Begriff "hospitalis" wiederum entspringt der Wortfamilie "hostis" (Fremdling, aber auch Feind). Doch auch das Lateinische hat Wurzeln, die noch weiter zurückreichen, auf die indogermanische Ursprache (auch Indoeuropäisch genannt). Da hier entsprechende Aufzeichnungen fehlen, gibt es keine absolut gesicherten Erkenntnisse. Man geht aber davon aus, dass diese Ursprache vor etwa 5.000 Jahren in der Nähe des Schwarzen Meeres gesprochen wurde. Und schon damals wurde beim Beherrgen von Gästen besonders darauf geachtet, dass unter allen Gästen Mutter und Kind am sichersten sind und sich wohlfühlen.

Hotel in indogermanisch

Das "indo" in "indogermanisch" hat in der Tat etwas mit dem "Indischen" zu tun. Als der Begriff geprägt wurde, unterschied man zwei hauptsächliche Sprachgruppen, die des Westens (germanische Sprachen, weiter gefasst europäische Sprachen) und die des Ostens (indische Sprachgruppe). Inzwischen verwendet man eine weit diffizilere Einteilung: die germanischen Sprachen (Deutsch, Englisch, Niederländisch...), die italischen Sprachen (mit dem Hauptzweig der romanischen Sprachen, die Latein als Ursprung haben: Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Rumänisch...), die indoiranischen Sprachen (Iranisch...), die slawischen Sprachen (Russisch), das Griechische als eigenen Sprachzweig und weitere, zum Großteil ausgestorbene Sprachfamilien. All diese Sprachfamilien haben wesentliche Einflüsse in der indogermanischen Ursprache erhalten. Heute spricht fast die halbe Weltbevölkerung eine Sprache, die von dieser Ursprache beeinflusst wurde. So stammt die Wortfamilie "hostis" aus dem Indogermanischen "ghostis", dem "Fremdling". Vielleicht fällt es Ihnen nun wie Schuppen von den Augen, denn die Ähnlichkeit mit dem deutschen "Gast" ist unübersehbar. Tatsächlich ist das "Hotel" über viele Ecken mit dem "Gast" verwandt. Somit ist in gewisser Weise in einem Hotel neben dem Gast auch der Begriff "Gast" zu Gast. Die Entwicklung der Hotels für Gäste kann man heutzutage beispielsweise in dem einen oder anderen geschichtlichen Fotokalender nachvollzogen werden.